ANTIKE UHREN HENDRIKS

UHRENREPARATUREN

Uhrwerk Zifferblatt Uhrenladen Uhrwerk Uhrwerk

MITGLIED DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR CHRONOMETRIE

Facebook

Uhrenlexikon.com ©


S


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Sackuhr, frühe Bezeichnung für tragbare Uhren, die in der Kleidung in einer Tasche (Sack) getragen wurde.

Sägeuhr, gewichtsangetriebene wand- und Tischuhren , bei der das Uhrwerk mit Zifferblatt durch ihr eigenes Gewicht an einer Zahnstange abwärts rückt. Sie besitzen fast immer Spindelhemmung mit Vorderpendel. Hergestellt wurden sie überwiegend in Süddeutschland und Österreich. Ihr ungewöhnlicher Antrieb wurde für formal ganz verschiedene Typen genutzt.

Sailer Johann, 1597-1668. Kunstuhrenmacher, stammte aus Angelberg, Niederbayern, kam 1617 nach Ulm, wurde 1624 Bürger und 1646 Zunftmeister. Er stellte kostbare Halsuhren, komplizierte astronomische Stock- und Stutzuhren und technisch ausgefallene Uhren her. Zwei seiner Kugellaufuhren, die nach dem Vorbild von Christoph Margrag geschaffen wurden, und eine silberne, astronomische, mit Drei-Monatsgangwerk versehene türmchenförmige Stutzuhr sind erhalten (Württembergische Landesmuseum).

Salzfassuhr,Die Uhr im Salzfaß gab es in Deutschland um 1570, und war besonders im Empire und Biedermeier beliebt. Werk und Zifferblatt lagen waagerecht und waren nach oben herausklappbar; ein bombiertes Glas bildete die Abdeckung.

Sambo-Uhr, amerikanische Uhr, um 1850 hergestellt; eine Figur hält ein Banjo, dessen Klangkörper ein Zifferblatt bildet.

Sanduhr, Lothar Hasselmeyer: Geschichte der Sanduhren

Saphir, Edelstein der in den Farben Blau, Gelb, Grün und farblos vorkommt. Der farblose Saphir wurde oft als Deckstein verwendet.

Savonette, meist flache Taschenuhren mit Sprungdeckel, die vom späten 18. Jh. bis in das 20. Jh. hergestellt worden sind. Zifferblatt und Zeiger sind anders als bei der Halbsavonette nicht sichtbar, ohne das man den Deckel öffnet.

Schädel-Uhr, im 17. Jahrhundert in der Schweiz, Frankreich und Deutschland hergestellte Anhängeruhr in Form eines Totenkopfes.

Schätzwert, Bei Schätzung einer Uhr müssen sowohl das Material des Gehäuses und sein Zustand als auch Technik und Kunstfertigkeit und die Vollständigkeit aller Teile berücksichtigt werden. Einbezogen wird die Häufigkeit des Vorkommens oder die Seltenheit des Stückes. Außerdem wird auf Angebot und Nachfrage geachtet, die den Marktwert bestimmen.

Schaltjahr, Das Schaltjahr hat 366 Tage; der zusätzliche Tag (Schalttag, 29.Februar) wird alle vier Jahre eingeschoben.

Schaltrad, In Uhren mit Datumanzeige wird ein Schaltrad mit 7 Zähnen für die Wochentaganzeige, eines mit 12 Zähnen für die Monatanzeige und eines mit 31 Zähnen für die Anzeige des Tagesdatums verwendet.

Schatz August, geb. 25.06.1854 in Engelswies bei Messkirch/Württemberg, gest. 07.02.1927, lernte bei Eberhard Emmler, damals bekannt als einer der besten Uhrmachermeister. Gründer der Jahresuhren-Fabrik GmbH. August Schatz & Söhne, Triberg. Auf Anregung des Erfinders » Anton Harders aus Ransen, der ihm Ende 1881 die Idee und ein unfertiges Muster übersandte, gelang es August Schatz als erstem die 400-Tage-Uhr mit langsam schwingendem Torsionspendel (Jahresuhr) in großen Mengen in Serie herzustellen und ins In- und Ausland zu verkaufen. Die ersten regelmäßigen Lieferungen erfolgten ab 17.03.1882. Die Söhne August und Carl Schatz führten das Unternehmen weiter, das inzwischen außer Jahresuhren ein ausgefeiltes Großuhrenprogramm mit vielen anderen Spezialitäten anbietet.

Scheinpendel, besonders auf holländischen Spindelkloben findet sich bisweilen ein kreisförmiger Ausschnitt, hinter dem ein vorgetäuschtes Pendel scheinbar hin- und herschwingt.

Schiffschronometer, auf Schiffen seit dem 17. Jh. mitgeführte Uhren, meist mit Chronometerhemmung und kardanischer Aufhängung des Werkgehäuses. Benutzt werden Schiffschronometer zur Längenbestimmung auf See.

Schildpatt, die äußere Hornschicht des echten Karettschildkrötenpanzers. Oft für Intarsien bei Großuhrgehäusen verwendet.


Schlagfolgen:

Stundenschlag.
Angabe der vollen Stunden; bei frühen Uhren und häufig bei Bodenstanduhren bis hinein ins 19. Jh. gebräuchlich.
Halbstundenschlag.
Angabe der vollen und halben Stunden, wobei die halben Stunden nur mit einem Schlag angegeben werden.
Passing Strike.
Englische Bezeichnung für den angerissenen Schlag, d.h. 1 Schlag bei der vollen Stunde über das Gehwerk..
Holländischer Schlag.
Angabe der vollen und halben Stunden jeweils mit voller Schlagzahl. Die halben Stunden werden zur Unterscheidung auf eine andere Glocke geschlagen. Auch Wechselschlag - der sog. "Dutch Striking" genannt.
Dreiviertelschlag.
Alle Viertel werden angegeben und (nur) beim vierten Viertel wird die volle Stunde auf eine größere Glocke geschlagen. Im Gegensatz zur Petite Sonnerie, wo die 4 Viertelschläge nicht geschlagen werden.
Petite Sonnerie.
Hier werden die Viertelstunden - oft mit Doppelschlag auf 2 Glocken - angegeben. Zur vollen Stunde wird die Stundenzahl ohne Viertelstunden auf eine größere Glocke geschlagen.
Grande Sonnerie.
Bei jeder Viertelstunde wird zuerst die volle Stunde auf eine größere Glocke und dann die Viertel (meist im Doppelschlag) angegeben - aber nicht zur vollen Stunde, da wird die Stundenzahl ohne Viertelstunden geschlagen.
Vierviertelschlag mit vollem Nachschlag.
Auch 4/4-Schlag oder Wiener-Schlag genannt. Hier wird nach jedem Viertelschlag die volle vergangene Stunde nachgeschlagen.



Schlagwerk, ein mit einer Federzug- oder Gewichtsuhr verbundenes Werk, das die vollen, die halben und die Viertelstunden je nach seiner Konstruktion allein oder in einer Kombination durch akustische Signale (meist durch Schlag auf eine Glocke oder eine Tonfeder) angibt. Stundenschlagwerk nennt man ein Schlagwerk, das die Stunden, Viertelschlagwerk ein Schlagwerk, das die Viertelstunden angibt. Das Viertelschlagwerk ist nicht immer vom Stundenschlagwerk getrennt, sondern gelegentlich auch mit dem Stundenschlagwerk kombiniert. Die Aufgabe der jeweils erreichten Zeitabschnitte erfolgt entweder automatisch (selbsttätiges Schlagwerk) oder durch betätigen einer Auslösevorrichtung, die meist zugleich auch die Spannvorrichtung für das Schlagwerk ist (Rufschlagwerk). Bei den Schlagwerken werden zwei Konstruktionen unterschieden, das Schloßscheiben- und das Rechenschlagwerk.

Schloßscheibenschlagwerk, älteste Form des Schlagwerks an Räderuhren. Beim Schloßscheibenschlagwerk wird die jeweilige Schlagzahl an der Schloßscheibe, einem Rad, das an seinem Umfang entsprechend verschiedene Einteilungen trägt, abtastet. Wird das S. einmal nicht zur entsprechenden Zeitpunkt ausgelöst, was dadurch geschehen kann, daß ein Fehler auftritt oder die Feder des Schlagwerks bereits abgelaufen ist, obwohl das Gehwerk noch läuft, so stimmt die Stellung der Schloßscheibe nicht mehr mit der Zeitangabe des Gehwerks überein, und das S. hat bei der nächsten Auslösung nicht mehr die richtige Schlagzahl.

Rechenschlagwerk, von Edward Barlow (1636 - 1716) um 1676 erstmals gebautes Schlagwerk. Das Rechenschlagwerk tastet die erforderliche Schlagzahl in der Regel an der Stundenstaffel ab, einer gestuften Scheibe, die an der Röhre des Stundenrades befestigt ist. Der Rechen, ein gezahntes Kreissegment, der durch seine jeweils freigegebene Zahnung die Schlagzahl bestimmt, wird so in die entsprechende Stellung gebracht. Das R. vermeidet den Nachteil des Schloßscheibenschlagwerks, sich verschlagen zu können.

Schlagzahl, Summe der Schläge des Gangreglers. Zwei Schläge ergeben eine Schwingung.

Schlottheim Hans, 1547-1625. Bedeutendster und produktivster Augsburger Uhrmacher und Automatenbauer seiner Zeit. Gebürtig aus Naumburg, Saale, kam er 1572 nach Augsburg, heiratete 1573 und machte sich selbständig. 1577 erhielt er Aufträge von Kaiser Rudolf II. In den folgenden 30 Jahren entstanden in seiner Werkstatt einzigartige Werke: der berühmte Krippenautomat, die kupfernen Krebse, die sich selbst fortbewegen, die Tischautomaten in Form von Galeeren, die auf dem Tisch fortrollen können, mit beweglichen Soldaten, Musikanten mit Musikspielwerken, mit Kanonen usw. sowie die berühmte Kugellaufuhr »Der Turm zu Babel«, mit der er allerdings das Kaiserliche Patent von 1595 an Christoph Margraf verletzte. Zahlreiche seiner archivarisch belegten Uhren sind verschollen, besonders diejenigen, die vorn Kaiser als Geschenke an türkische Sultane übersandt wurden. In den letzten Jahren seines Lebens geriet Schlottheim in Not, weil der Kaiser ihm das Geld für seine Uhren verweigerte.

Schnecke, um einen möglichst gleichmäßigen Antrieb für das Werk federgetriebener Uhren zu erreichen, wurde seit dem 15. Jh. die sogenannte Schnecke angefügt. In England blieb sie bis in das 20. Jh. gebräuchlich. Die Schnecke ist das erste Rad der Uhr und besitzt immer weiter werdene nebeneinanderliegende Windungen, über die eine an der Schnecke befestigte Darmseite oder Stahlkette mit ihrem anderen Ende an dem Federhaus befestigt ist. Die voll aufgezogene Feder wirkt daher auf die engeren, die weiter entspannte auf die größeren Windungen der Schnecke. Durch die verschiedenen hebelarme erfolgt theoretisch ein Ausgleich der abnehmenden Antriebskraft.

Friedrich August Adolf Schneider, (1841-1878) er wurde 1824 in Dresden geboren. 1841 begann Schneider seine Lehre bei Gutkaes. Befreundet mit Adolph Lange, seinem späteren Schwager, entschloss er sich 1845 mit ihm nach Glashütte zu gehen, um ihm bei dem Aufbau seiner Uhrenfabrikation als Werkmeister zu helfen. Nach sechs Jahren gemeinsamen Aufbaus in Glashütte entschloss sich Schneider 1851 selbständig zu machen und gründete seinen eigene Uhrenfabrikation. Zun Anfang stellte er noch Taschenuhren mit Schlüsselaufzug her, ab 1865 mit Kronenaufzug, als Langes patentierter Kronenaufzug eingeführt war. Schneider exportierte viele Uhren in die USA, offizieller Vertreter seiner Taschenuhren war Max Freund & Co. in New York. Nachdem plötzlichen Tode Schneiders im Jahr 1878, führte sein Sohn die Fabrikation weiter. Insgesamt hat die Firma circa 3000 Taschenuhren von feinster Qualität hergestellt
Lit.: Reinhard Meis "A. Lange & Söhne" München 1997, Seite 142f.

Schöpfer, Bei Uhren mit Schlagwerk der Teil der auf dem Vierkant des Schöpferrades, der den Rechen um jeweils einen Zahn zurückbewegt (schöpft).

Schützenuhren, Schweizer Taschenuhren, die aus Anlaß der jährlichen eidgenössischen Schützenfeste als Preise hergestellt wurden. Rückseitig mit Widmung des Festes versehen.

Schwanenhals-Feinregulierung, eine Regulierungseinrichtung zur Einstellung des genauen Ganges einer Uhr, bei der das Rückstellmoment für den Rückerzeiger zur genauen Justierung durch eine Feder erzeugt wird, die die Form eines Schwanenhalses hat.

Schwarzwald-Uhren, im Schwarzwald seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. hergestellte Wanduhren mit Gewichtsantrieb. Anfänglich wurden die Werke fast ausschließlich aus Holz gefertigt, mit der Waag als Gangregler, und besaßen seit ungefähr der Mitte des 18. Jh. fast immer ein Pendel. Der Kuckuckruf, durch zwei Blasebälge erzeugt, wurde schon seit dem frühen 18. Jh. gebaut und galt seit dem späteren 19. Jh. als charakterristisch für Schwarzwalduhren.

Schwerkraftuhr, allgemeine Bezeichnung für alle Uhren, die durch ihr Eigengewicht angetrieben werden.

Schwingpendeluhr, oft frei am Fenster aufgehängte Uhren in der Form eines großen Pendels, bei denen das Werk mit Zifferblättern auf beiden Seiten die Stelle der Pendellinse einnimmt, so daß die Zeit inner - und außerhalb des Hauses abgelesen werden konnte. Diese Art Uhren sind hauptsächlich im 19. Jahrhundert angefertigt worden.

Seconde morte, Springende Sekunde. Der Sekundenzeiger einer Uhr wird jede Sekunde um einen einzigen Sprung bewegt und bleibt dann bis zum nächsten Sekundensprung unbewegt. Erstmals entwickelte Jean-Moïse Pouzait (1743-1793) im Jahr 1777 einen vom Gehwerk unabhängigen Mechanismus zum Antrieb des Sekundenzeigers, der separat angehalten werden konnte.

Sector Watch, Taschenuhren mit viertelkreisförmigen Zifferblatt. Die Zeiger springen auf den Anfang zurück, sobald sie das Ende der Skala erreicht haben. Gegen Ende des 19. Jh. wurden Sector - watches häufiger hergestellt.

Seewarte, Einer Seewarte obliegt neben astronomischen Beobachtungen und der Erstellung von Wetternachrichten aus See die Überprüfung der Reglage von Schiffschronometern.

Seiger, ursprüngliche deutsche Bezeichnung für Uhr.

Sekundärfehler, bei normalen Temparaturen auftretende geringfügige Gangfehler in den Lagen, wenn Kompensationsunruhen bei Kälte (+4o) und bei Wärme (+36o) ausgeglichen sind.

Sekundenpendel, Pendel, das eine Halbschwingung pro Sekunde vollzieht. Die Pendellänge beträgt 1250 mm (mathematische Länge 994 mm).

Sekundenzeiger, der Zeiger, der bei analoger Zeitanzeige auf dem Zifferblatt die Sekunden anzeigt.

Selbstaufzug, 1780 von Abraham - Louis Breguet verbesserter automatischer Aufzug von Taschenuhren nach dem Prinzip der Schrittzähler: Ein an einem Hebel befestigtes und beim Tragen der Uhr auf- und abschwingendes Gewicht zieht über ein Gesperr die Feder auf.

Semikrogaph, Kurzzeitmesser der der Messung von Geschoßflugzeiten oder in der Waffen-Erprobungsphase der Ermittlung von Zündbrennzeiten diente. In dieses Umfeld gehört auch der Tertienzähler.

Signaluhr, mechanische oder elektrische Uhr mit einer Vorrichtung, die zu einer bestimmten Zeit Stromkreise schließt oder akustische Zeichen gibt.

Signatur, auf Werk oder Gehäuse angebrachter Name des Uhrmachers, des Gehäusemachers und häufig auch des Verkäufers. Signaturen in unterschiedlichster Form sind seit dem 16. Jh. bekannt. Im 17. und 18. Jh. tragen zahlreiche Uhren eine Signatur, die aber nicht immer eine genaue Datierung ermöglicht, weil der Name oft verschiedene Mitglieder einer Uhrmacherfamilie bezeichnen kann. Schon damals wurden gelegentlich falsche Bezeichnungen angebracht, die einen berühmteren Hersteller vortäuschen sollten.

Skelett-Uhr, Uhrentyp seit ca. 1750 in Frankreich, später auch in England und Österreich hergestellt wurde; der Werkskörper ist nicht zwischen massiven Platinen, sondern in einem offenen, gewöhnlich aus messing bestehenden Rahmen untergebracht und dadurch sichtbar. Das Zifferblatt besteht aus einem versilberten Ring.

Solunaruhr, Gezeitenuhr. Die Firma Heuer brachte in Zusammenarbeit mit A. Knight einen Ebbe- und Flutanzeiger in Taschenuhrform für Angler heraus.

Sonnenuhr, eine Vorrichtung, welche die wahre Ortszeit auf einer Skala mit Hilfe des Schattens der Sonne bestimmt werden kann. Die früheste bekannte Art der Zeitmessung. Kleine tragbare Sonnenuhren waren schon in der Antike bekannt. Solche Zeitmesser wurden während des ganzen Mittelalters benutzt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden tragbare Sonnenuhren vor allem in Süddeutschland, in Nürnberg und Augsburg, gebaut, die in großer Zahl exportiert worden sind. Horizontal- und Äquatorialsonnenuhren wurden als genaue und unempfindliche Zeitmesser besonders von Reisenden geschätzt. Zur exakten Ausrichtung besaßen die meisten einen kleinen Kompaß.

Sorg Josef (1807-1872), deutscher Uhrmacher aus dem Schwarzwald; entwickelte gegen 1830 eine Miniatur-Wanduhr, deren Gestell nur 3 x 3 cm groß war. nach ihrem Refinder Sorg-Uhr benannt.

Spieluhren, Uhren mit Musikspielwerk, die zu jeder vollen Stunde oder zu bestimmten Zeiten ein oder mehrere Musikstücke spielen.

Spindelrad, Steigrad, Gangrad, Hemmungsrad der Spindelhemmung.

Spindeluhr, Bezeichnung für eine Uhr (meist Taschenuhren) mit Spindelhemmung.

Sprungdeckeluhr, deutsche Bezeichnung für Savonette.

Stackfreed, Federbremse zum Ausgleich der sich verändernden Antriebskraft der Zugfeder. Die Erfindung des Stackfreed wird Peter Henlein zugeschrieben.

Stargard, Stadt bei Görlitz in Schlesien. Sie liegt am 15.Grad östlicher Länge und ist maßgeblich für die mitteleuropäische Zeit.

Stockuhr, ist ein Uhrentyp der nach der Konstruktion der ersten Pendeluhr durch Huygens im Jahre 1656 entstanden ist und in regionalen Abwandlungen bis in das 19. Jahrhundert gebaut wurde. Die früheste in Frankreich gebaute Stockuhr ist die Religieuse. In England wurden zur gleichen Zeit die ersten Bracket-Clocks, häufig mit komplizierten Schlagwerkmechanismen, angefertigt. Aus der Zeit um 1700 stammen auch die ersten deutschen Stücke dieser in Europa weitverbreiteten Uhrenform. Die frühesten Bodenstanduhren mit langem Pendel sind eine Sonderform der Stockuhr. Während in England und Deutschland im 18. Jahrhundert die Gehäuse nur geringfügig verändert wurden, setzte in Frankreich schon vor dem Ende des 17. Jahrhunderts eine Entwicklung ein, die zu den prächtigen Pendulen des Barock und Rokoko führte.

Strasser Ludwig (1853-1917), einer der bedeutendsten Fachlehrer der Uhrmacherei. Er machte bei Sebastian Geist in Würzburg, der sich als einer der ersten mit dem Bau elektrischer Uhren befaßte, eine sehr gute Lehre durch und kam durch Moritz Grossmann schon 1871 nach Glashütte. Nach zwei Jahren nahm er eine Stellung bei der Turmuhrenfabrik Zachariä in Leipzig an, kehrte aber nach einem Jahr wieder nach Glashütte zurück. 1875 gründeter er zusammen mit mit dem Uhrmacher Gustav Rohde die Mechanischen Werkstätten Strasser & Rohde, deren Mitinhaber er bis wenige Jahre vor seinem Tode war. Am 1. Mai 1885 wurde Strasser Direktor der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte, an der er schon vorher jahrelang theoretischen Unterricht erteilt hatte. Er war ein ganz hervorragender Theoretiker, Mathematiker, Uhrmacher und Lehrer, der viel zur Ausbildung der deutschen Uhrmacher und der Entwicklung der Uhrentechnik beigetragen hat. Erwähnt seien die von ihm erfundene und nach ihm benannte Hemmung für Präzisions-Pendeluhren und ein von ihm konstruiertes Kompensationspendel.

Stundenglas, alte Bezeichnung für die eine Stunde laufende Sanduhr.

Stutzuhr, Bezeichnung für im verhältnis zu den Bodenstanduhren kurze, scheinbar gestutzte Standuhren, die auf Tische, Kommoden u.s.w. gestellt werden.

Surrer, Typ einer Schwarzwälder Wanduhr mit einem vereinfachten Schlagwerk für Stunden und Viertelstunden, bei dem das Laufwerk für die Viertelstunden eingespart ist; der Name entstand wegen des intensiven Surrens beim Ablauf des Schlagwerks.

Swiss Made, (engl.), Made in Switzerland. Hergestellt in der Schweiz. Bezeichnung für Exportartikel durch das Herstellerland Schweiz. Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden sind, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.